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Rezensionen
Als ich in die Klinik kam hatte ich Symptome
einer Psychose und war auch leicht manisch.
ich wurde daher zuerst auf der geschlossenen
Aufgenommen und kam dann relativ schnell auf
die Privatstation. Nachdem sich meine
Symptome zunächst verbesserten entschied man
mich auf die Psychotherapiestation zu
verlegen. Ich war voller Euphorie, da ich
hoffte nun endlich wirklich
psychotherapeutisch an meiner Krankheit
arbeiten zu können. Meine Manie verdrängte
sich. Ich war nur einen Abend auf dieser
Station. Der behandelnde Arzt nahm mich dort
ganz normal auf. Die Krankenschwester, die an
diesem Abend Dienst hatte war sehr
übereifrig. Sie schien mit meiner Freude
nicht umgehen zu können und rief den
Diensthabenden Arzt. Der lachte nur kurz und
brachte mich auf die Geschlossene. Ich konnte
das nicht verstehen und dachte es wäre nur
für eine Nacht. Dem war leider nicht so. Man
ließ mich dort für 2 Wochen dahinvegetieren
und das hatte einen extremen Absturz für
mich zur Folge!!! Man kam mir auf der Station
nicht zur Hilfe, obwohl ich darum bat. Ich
wurde dort von einer Borderlinerin
terrorisiert. Die geschlossene Station war so
aufgebaut, dass die Pfleger und Ärzte die
Patienten hinter einer Glasscheibe
beobachteten. Ich sank vor dieser Scheibe mit
wie beim Beten gefalteten Händen zusammen,
um darum zu bitten, dass man mich raus
lässt. Stattdessen kamen die Pfleger
rausgestürmt, packten mich an Armen und
Beinen und fixierten mich. Ich schrie mir aus
Angst die Seele aus dem Leib. Man fixierte
mich genau so, dass ich das Glas Wasser an
meinem Bett nicht erreichen konnte und den
Klingelknopf natürlich auch nicht. Mir wurde
nicht geholfen. Ich hatte unendlich viel
Angst, Durst ... Und bekam keine Hilfe, als
ich auf Toilette musste. es war so
Menschenunwürdig! Ich musste mich anpinkeln!
Ich klingt für mich fast wie Ironie, dass
dies ein evangelisches Krankenhaus ist. Von
Nächstenliebe habe ich wenig gespürt.
Nachdem ich fix und fertig war ( meine
Verwandten erkannten mich kaum wieder) kam
ich endlich auf die Psychotherapiestation.
Der Arzt, der mich dort am ersten Abend
befragt hatte, kümmerte sich darum, dass
dort ein Einzelzimmer für mich reserviert
wurde. Ich bin ihm bis heute dafür dankbar,
wie er sich für mich eingesetzt hat. Er ist
nicht mehr in diesem Krankenhaus - aus gutem
Grund! Er war einer der wenigen Menschen, die
dort gearbeitet haben. In meinem
Abschlussbericht standen letztenendes die
unmöglichsten Dinge. Angeblich wäre ich ein
Borderlinerin. das wurde später nie
bestätigt. Alle späteren Ärzte waren
entsetzt über den miesen Arztbrief, der
völlig lieblos geschrieben war.
Ich wurde dort traumatisiert! Es war die
schlimmste Zeit meines Lebens! Ich wünsche
niemandem, dass er das gleiche erleben muss,
wie ich es erlebt habe!
Gut war, dass man viele Therapien machen
konnte, wie Gartentherapie und Tanztherapie,
aber das wird meine schlimmen Erlebnisse dort
niemals aufwiegen können!
Ich hoffe, dass meine Bewertung hier
unzensiert abgedruckt wird, denn es ist für
spätere Patienten und auch für die
Aufarbeitung meines persönlichen Traumas von
Bedeutung!
Karin